F.C.I - Standart Nr. 327 SCHWARZER (russ.) TERRIER 

 


Der Russe ist ein kräftiger und überdurchschnittlich großer Hund mit starkem Knochenbau und massiver Muskulatur, ihn zeichnet aus...

- Abwehrbereitschaft gegenüber Fremden
- geeignet zur Abrichtung 
- derb und widerstandsfähig 
- extrem kraftvoll und elegant 
- sehr beweglich, sowie sehr ausgeglichenes Verhalten 
- freundlich gegenüber Kindern, alten und auch behinderten Menschen 
- schwarzes, festes Haarkleid mit Unterwolle (graues Stichelhaar erlaubt) 
- dichtes hartes Haarkleid von 4-10 cm, welches regelmäßige Pflege erfordert 
- ausgeprägter Bart, sowie raue und struppige Augenbrauen 
- starke weiße Zähne eng schließend, Scherengebiss 
- geräumiger, tiefer, bis mind. an die Ellenbogen reichender Brustkorb 
- hoch angesetzte Rute (in Deutschland unkuppiert) 
- der Trab oder Galopp sind frei, harmonisch und leichtfüßig 

1924 fing die russ. Armee an einen Hund zu züchten, der die Aufgaben übernehmen sollte wie bei uns der dt. Schäferhund.

Die ersten Schwarzen Terrier wurden nicht nur als Wachhunde in Gefängnissen eingesetzt, sondern auch als Allround, Armee- und Polizeihunde. Ob im fernen Norden oder im fernen Süden Rußlands, sie mussten ihre Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen, sowie ihre Vielseitigkeit, den Einsatz betreffend, beweisen. Sie benötigte also einen großen, kräftigen Schutz- und Wachhund, der den unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen dort gewachsen war. 
Zusätzlich sollte dieser Hund auch noch in der Lage sein, die ihm aufgetragenen Pflichten so weit wie möglich ohne menschliche Hilfe zu bewältigen.
Also begann man damit, aus verschiedenen Rassen, die jede für sich Teile der gewünschten Eigenschaften in sich hatten, den für die russischen Bedürfnisse perfekten Hund zu züchten
Schwarze Terrier wurden auch als Schlittenhunde eingesetzt, nicht so erfolgreich wie Huskies oder andere Schlitten-Profis, aber dennoch besser als andere Arbeitshunderassen. Einige wurden als Treib- und Hütehunde benötigt und in der Landwirtschaft eingesetzt. Diese Beispiele zeigen uns die Vielseitigkeit dieser Rasse. Schwarze Terrier wurden zu Aufgaben herangezogen, für die es normalerweise spezialisierte Rassen gibt. Diese Vielseitigkeit haben sie sich bis heute bewahrt.
Die russische Armee stellte die Zucht für Armeezwecke bald ein, da der Schwarze Terrier als extremer Spätentwickler viel zu lange (volle drei Jahre) benötigte, um mental und physisch voll einsatzbereit zu sein, also sich nachträglich als doch nicht so perfekt für die Armee erwies. 

Danach nahmen sich Hobbyzüchter dieser Rasse an; es gibt heute ca. 10.000 SRT in Russland.

In Deutschland ist der Schwarze Terrier seit 1982 anzutreffen. Es wurde eine 12 Wochen alte Hündin aus Moskau importiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon einen dreijährigen Rüden, der von einem deutsch-sowjetischen Ehepaar bei der damaligen Übersiedlung in die BRD mitgebracht worden war. Beide Hunde stammten aus der Moskauer Zuchtrichtung. Der erste Wurf dieser Verpaarung in Deutschland fiel im November 1985, der zweite Wurf im Juli 1987.

Heute gibt es circa 20 Züchter dieser imposanten Rasse und circa 1800 Hunde.

Schwarze Terrier sind heute in Deutschland überwiegend Familienhunde. Robust und ausgeglichen im Wesen, gelehrig und sensibel gegenüber ihrer Umwelt. 
Im Zwinger hat der Schwarze Terrier nichts zu suchen! 
Nur im engen Zusammenleben mit seiner Familie kommen seine besten Eigenschaften zum Tragen. Der Schwarze Terrier will beschäftigt werden.
Sie sind wetterfeste Familien-, Gebrauchs- und Rettungshunde, sich ihrer Stärke wohl bewusst. Obschon bei den Schwarzen Terriern kein Jagdtrieb vorhanden ist, werden einige wenige jagdlich geführt. 
Sie sind ruhig und ausgeglichen im Haus. Draußen allzeit bereit zum Spielen und Toben. Welpen sind aufgeschlossen, neugierig und sehr gelehrig. Sie sollten mit sehr viel Liebe und der notwendigen Konsequenz erzogen werden, wobei unnötige Härte nicht angebracht ist. Schwarze Terrier werden sehr spät erwachsen, sie brauchen genügend Zeit für ihre Entwicklung. 

Grösse:
Rüden 66-72 cm 
Hündin 64-70cm
Gewicht: 
Rüden: ca. 55 kg 
Hündin: ca. 40 kg 

Die Hauptanteile dieser Rasse halten Rottweiler, Riesenschnauzer, Airedale Terrier und Neufundländer.
Wie es zu erwarten war, prägten diese Rassen auch die wesentlichen Charaktereigenschaften des Schwarzen Terrier.

Der Rottweiler sorgte für einen großen Happen Draufgängertum, trotzdem verbunden mit großer Zuverlässigkeit, so dass man sich auf seinen „Russen„ stets verlassen und ihm unbesorgt Haus und Hof zum Schutz überantworten kann. Er wird alles ihm zum Schutze Übergebene mit seiner ganzen Kraft verteidigen.

Der Riesenschnauzer vererbte dem Schwarzen Terrier die ihm eigene erstaunliche Intelligenz und Lernbereitschaft, die einen frischgebackenen Halter so manches Mal in Erstaunen versetzen wird. Auch die Tatsache, dass der Schwarze Terrier trotz seiner Größe und Masse immer noch in der Lage ist, blitzschnell zu reagieren, wenn es darauf ankommt, hat er wohl seinem Riesenschnauzererbe zu verdanken.

Der Schwarze Terrier liebt seine Familie über alles und möchte gern ständig bei ihr sein. Besonders werden diese Liebe Kinder (je mehr desto besser) zu spüren bekommen. Der Schwarze Terrier fühlt sich so zu Kindern hingezogen, dass er manchmal schon fast etwas lästig mit seinen aufdringlichen Liebesbezeugungen ist, denn er möchte am liebsten die ganze Zeit auf Tuchfühlung mit ihnen sein. Diese Eigenschaft dürfte wohl eindeutig auf das Neufundländererbe zurück zu führen sein.

Der Airedale Terrier sorgte dafür, dass es dem großen, imposanten Schwarzen Terrier nicht an Beweglichkeit und Energie mangelt.

Der Schwarze Terrier ist ein lauffreudiger Hund, der schnelle Gangarten bevorzugt. Er ist extrem verspielt und sehr lange Kind. Meist erst ab einem Alter von etwa zwei Jahren erwacht im Schwarzen Terrier der natürliche Schutztrieb. Wenn man den verspielten Zug bei seinem russischen Terrier unterstützt, dann hat man im Schwarzen Terrier einen Hund, der sein Leben lang immer dazu bereit sein wird, sich auf ein kleines Spielchen mit Herrchen oder eine freundliche Rangelei mit Artgenossen einzulassen.

Der Neufundländer bringt ebenfalls die oben genannten Charakterzüge mit und das Fell, sowie die Unempfindlichkeit gegenüber dem Klima.

Beim Schwarzen Terrier haben wir die Erfahrung gemacht, dass es mit etwas sanfter Konsequenz keine große Mühe macht, ihn zu einem angenehmen Hausgenossen zu erziehen. Die Schwarzen Terrier möchten ihren Menschen gefallen und sind aus diesem Grunde bemüht, auch ja alles richtig und gut zu machen und sind ewig verspielt .

Tadelt man seinen Schwarzen Terrier einmal zu Unrecht, so kann er richtiggehend beleidigt reagieren und Herrchen und Frauchen vorübergehend schlichtweg mit Nichtachtung strafen. Wir haben uns immer bemüht von Anfang an konsequent zu sein. Das erspart einem später viel Arbeit und Ärger. Was einmal "nein" ist, ist "nein", was "ja" ist, ist in Ordnung. Fehlverhalten werden mit Herunterdrücken des Hundes (Griff oben am Hals) geahndet. Mehr Strafe war bei unseren Schwarzen Terriern nie nötig.

Ein Rüde z.B. verbummelte sich einmal im zarten Alter von 6 Monaten beim Toben mit anderen Hunden und ignorierte dabei auch das Rufen. Eine Disziplinierung durch Herunterdrücken reichte und so etwas kam nie wieder vor.
Mehr als den Nackengriff zur Disziplinierung war bei unseren Hunden nie nötig.
Der Schwarze Terrier ist ein so williger Lehrling, daß er ungerechtfertigte Härte oder gar Schläge nie verdient.
Etwas Geduld braucht man natürlich auch bei der Erziehung dieser willigen Hunde. Schließlich ist ja auch noch kein Schwarzer Terrier als Meister vom Himmel gefallen.
Bei irgendwelche Problemen oder Schwierigkeiten standen wir unseren Schwarzen Terrier immer zur Seite.

Gute Aufzucht, gute Pflege und freundliche, liebevolle Behandlung wird der Schwarze Terrier mit lebenslanger Liebe und Treue danken.
Wie für die meisten Hunde großer Rassen ist auch für den Schwarzen Terrier die HD (Hüftgelenksdysplasie) noch ein Problem.
Seriöse Züchter unterliegen strengster Kontrollen, was die Auswahl und Zulassung ihrer Zuchttiere betrifft. Nur Tiere, die strengstens auf Hüftsituation, Anatomie, Wesen und vieles mehr geprüft und für gut befunden werden, dürfen zur Zucht eingesetzt werden. Dank dieser strengen Auflagen werden die Zuchtergebnisse von Jahr zu Jahr besser.
Wir bemühen uns auch nach Kräften, der genetisch bedingten HD entgegen zu wirken.

Auch Sie als Besitzer sollten Ihren Teil dazu beitragen. Mit rassegerechter Aufzucht und Haltung Ihres Tieres können auch Sie Ihren Teil zu einer guten Entwicklung der Hüfte beitragen, denn die HD ist nicht ausschließlich ein genetisches Problem.

Rassegerechte Aufzucht, Haltung und Fütterung sind ebenso wichtige Faktoren, um der HD vorzubeugen.

Unter anderem gehören hierzu:

1. Fütterung eines rassegerechten Futters in gesunder Dosierung nach Verordnung. Jeder Züchter wird hierzu seine Empfehlungen beilegen.

2. Altersgerechtes Training des Tieres. Auf jeden Fall sollte Vorsicht vor Überanstrengung in den ersten 18 Lebensmonaten walten. In dieser Zeit befindet sich das gesamte Skelett noch im Aufbau. In dieser Zeit benötigt der Schwarze Terrier mäßig lange Spaziergänge mit der Möglichkeit, sich auch ohne Leine frei zu bewegen. Der Schwarze Terrier hat ein sehr gutes Empfinden für das Maß an Bewegung, welches ihm gut tut. Gibt man ihm nun die Möglichkeit, durch freien Auslauf ohne Leine selbst zu entscheiden wann er genug hat, so wird dieses das richtige Maß sein.
3. Auf keinen Fall sollte Ihr Schwarzer Terrier während er noch wächst Treppen steigen oder über Hürden springen. Da die Knochen des wachsenden Hundes noch weich sind, die Sehnen und Bänder noch nicht fest sind und Welpen und Junghunde dieser Rasse schon ganz schön etwas auf die Waage bringen, sollten solche Aktionen auf jeden Fall tunlichst vermieden werden, bis alles fest und fertig ist. Sorgfältige Aufzucht rentiert sich für das ganze spätere Leben. Hundeleben.
Beachten Sie diese Punkte, so ist schon viel zur körperlich gesunden Entwicklung Ihres Schwarzen Terriers getan.

Der Schwarze Terrier braucht für seine ganze Entwicklung vor allem viel Zeit. Das ist natürlich auch für die vollständige Entwicklung seines Wesens der Fall.
Ein Schäferhund z.B. ist mit 12 Monaten schon voll geistig ausgereift und somit bereit zur Übernahme von Pflichten, die einen erwachsenen Hund fordern, der voll konzentriert bei der Sache ist.

In diesem Alter ist der Schwarze Terrier hingegen noch ein richtiger Kindskopf. Erst im Alter von etwa 18, manchmal sogar erst 24 Monaten, ist der Schwarze Terrier so weit. Sind aber seine Instinkte völlig ausgereift, gibt es keinen besseren, verlässlicheren Partner.

Zur gesunden Entwicklung, vor allem des Wesens der Schwarzen Terrier, gehört auch und vor allem das Erlernen des richtigen Sozialverhaltens. Suchen Sie viel Kontakt zu anderen Hunden und lassen Sie Ihrem Hund viel Raum, damit er lernt, mit Artgenossen umzugehen. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Hund vom Kaliber eines Schwarzen Terriers mit gestörtem Sozialverhalten.

Was die Pflege betrifft, so hat der Schwarze Terrier einen großen Vorteil: er haart nicht.
Dafür muss er jedoch ein bis zwei Mal in der Woche gründlich durchgekämmt werden. Dieses ist nötig, damit der Hund immer gepflegt aussieht, nicht verfilzt und immer gut von juckendem, totem Unterhaar befreit ist.

4-5 Mal im Jahr muss das Haar des Schwarze Terrier getrimmt werden. Dieses ist nicht nur schöner bei einem Rassehund, sondern auch notwendig, um totes Haar zu entfernen und dadurch Juckreiz und Hautproblemen vorzubeugen. Stockhaarige Hunde verlieren ihr totes Haar zweimal jährlich im Herbst und im Frühjahr während des Fellwechsels und das ganze Jahr über mehr oder weniger reichlich auf dem Teppich oder dem Sofa.
Dafür, dass man diese dauernde Fusselei nicht hat, muss man eben das regelmäßige Trimmen in Kauf nehmen.
Dieses übernimmt in der Regel jeder Züchter des Schwarzen Terrier. 

Ich hoffe Ihnen mit dieser zusammengefassten Beschreibung unserer Schwarzen Terrier einen kleinen Einblick in die Rasse gegeben zu haben. 

Der Schwarze (Russische) Terrier ist sehr klug, sehr gelehrig und in den rechten Händen ein Hund, der große Leistungen vollbringen kann. Mit Kadavergehorsam kommt man bei Ihm freilich nicht weit. Ein Zwingerhund ist er ebenfalls nicht. Er braucht den Herrn oder die Frau, die Nähe des Menschen, die Familie, die Meute. Er wurde nicht auf Schönheit gezüchtet, was aber nicht heißen soll, dass er aussehen kann wie er will. Oftmals fragen Leute, ob der Schwarze (Russische) Terrier bösartig oder aggressiv sei. Das ist er aber nicht und darf es als Gebrauchshund auch nicht sein. Was er macht und soll ist: Warnen, wenn er Unbekannten begegnet, nicht lauthals, sondern mit Brummen und Knurren soll er den Entgegenkommenden warnen. „Bis hierher und nicht weiter, ich will wissen, wer du bist.„

Der Schwarze (Russische) Terrier ist kein Schoßhündchen, seiner Größe nach nicht und seinem Verhalten nach ebenfalls nicht. Er hat Temperament und er will, dass man Ihn respektiert. Aber wer will das nicht !? Er vereint viele gute Eigenschaften anderer Gebrauchshunderassen und Hirtenhunderassen in sich. In den rechten Händen, bei Menschen, die ihm Verständnis entgegenbringen und die mit ihm arbeiten und ihn führen, ist er ein Hund, der zu hervorragenden Leistungen fähig ist und vielseitig eingesetzt werden kann. 

überarbeitet 31/06/06

 

NEWS

1.July.2018
....Wir wünschen allen einen tollen Sommer .... 

Die letzte Aktualisierung erfolgte 07/2018

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© 2016 Sabine Fischer, Mitglied im KfT/VDH seit 1992